Taiji und Gesundheit

»Die Wangen sind von gesunder roter Farbe, die Schläfen voll pulsierenden Lebens, die Ohren karmesinrot, sie hören scharf, und die Augen sind hell und funkeln vor Energie. Die Stimme ist laut und trägt weit. Der Atem geht regelmäßig, ohne Hast und Keuchen. Zähne, Zahnfleisch und Kiefer sind gesund und stark. Die Schultern und die Brust sind kräftig und geschmeidig. Der Bauch ist stark und elastisch wie das Fell einer Trommel. Die Füße stehen so sicher, als seien sie im Boden verwurzelt, und sind doch fähig, von ‚fest’ nach ‚leer’ zu wechseln und umgekehrt. Der Schritt ist leicht. Die Muskeln sind weich wie Baumwolle, wenn die Innere Kraft nicht aktiv ist, aber sie werden hart und straff, wenn diese eingesetzt wird. Außerdem ist die Haut weich und rosig und so sensibel, dass sie jede Berührung ›hören‹ kann.« (Y.K. Chen)

In vielen Taiji-Büchern stehen Berichte von Menschen, die durch Taiji geheilt worden sind, bzw. sich selbst geheilt haben. Viele Meister sind erst durch eigene Krankheit zum Taiji gekommen. In China ist es anerkanntes Heilmittel, das in Sanatorien ›verschrieben‹ wird. Damit es möglichst für jedermann erlernbar werden konnte, wurde 1955 eine Kurzform, die so genannte Peking-Form‹ von der Regierung entwickelt und propagiert. Mit Hilfe westlicher medizinischer Methoden wurde untersucht, warum und wie Qigong und Taijii bei bestimmten Krankheiten helfen. Auch aus den USA und Japan und anderen westlichen Ländern liegt  heute Literatur über Taiji  unter medizinisch-therapeutischem Aspekt vor.

In China drückt man es seit jeher so aus: »Geschmeidig wie ein Kind, gesund wie ein Holzfäller (das traditionelle Symbol für gute Gesundheit) und gelassen wie ein Weiser« zu werden – das verspricht die Übung des Taijiquan.

Lesen Sie weiter

  • Yang Stil

    Yang Stil

    "Wer nur Qi hat, spürt selbst, dass er Kraft hat; aber der Gegner spürt bei ihm, dass er keine Kraft hat" (Yang Chengfu)